Holzklasse

Im Charter nach Nairobi

Ich habe vor ein paar Tagen den Film „Non-Stop“ gesehen. Liam Neeson rettet unter größtem persönlichen Druck ein Passagierflugzeug. Nicht dass der Film vieler Worte bedürfe – was es dazu zu sagen gibt, sage ich hier – aber heute Abend ist mir wieder aufgefallen, was mich an Flugzeugfilmen stört – obwohl ich Flugzeuge mag, auch das Fliegen (abseits der Touristenbomber).

Flugzeugfilme versprechen eine gewisse technische Grundierung – Triebwerke, Cockpits, Tower-Talk, die Bilder sind im allgemeinen klar, kontrastreich, ohne viel Pastellschnickschnack. Bis die Kamera zu den Passagieren im Bauch des Flugzeugs wechselt. Da sind Flugzeugfilme so unwirklich, wie Großstadtfilme, in denen der Held immer einen Parkplatz vor dem Haus oder – in den Zeiten, als es die noch gab – immer eine funktionierende Telefonzelle findet, die nicht dem Großstadtvandalismus zum Opfer gefallen ist.

Jetzt gibt es schon eine Premium Economy

Bei CONDOR haben sie die Economy Class geteilt. Das, was früher mal „Economy“ war, heißt heute „Premium Economy“. Im heutigen Economy sind die Sitze noch enger zusammengeschoben; jetzt haben meine Beine endgültig keinen Platz mehr. Auch, wenn ich meinen Rücken ganz an die Lehne presse, und aufrecht sitze (machen Sie das mal über sieben Stunden lang auf einem Flug nach Nairobi), drücken meine Kniescheiben in die Rückenlehne vor mir. In Flugzeugfilmen ist, egal welche Klasse, immer mehr als genügend Platz, sitzen selbst Normalverdiener in diesen Lounge-Chairs, die sich zu einem Bett umbauen lassen. Auch die Flugbegleiter in den Kinoflugzeugen sind andere.

Wenn ich meine Beine des Platzes wegen ein wenig auf dem Gang ausstrecke, kann ich sicher sein, dass innerhalb weniger Minuten ein Flugbegleiter/Flugbegleiterin ihren Servicewagen gegen mein Bein donnert oder über meine Füße rumpelt – kein „Vorsicht bitte“, kein „Oh, bitte entschuldigen Sie“. Für Höflichkeit ist an Bord solcher Touristenbomber kein Platz. Wenigstens hatte ich keinen Sitznachbarn, so war dort wenigstens Platz. Wahrscheinlich gehe ich deswegen so gerne ins Kino – da ist das Leben auch in größter Gefahr irgendwie … eleganter.

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