Eine Portion Abschied

Statue des Guanchen-Rebellen Hautacuperche

Heute vor einer Woche schaute P. auf ihren Kalender und stellte fest, „Boh, der Urlaub ist ja schon fast wieder vorbei!“ Halb leer statt halb voll. Nun, was damals noch wie ein Märchen klang, ist heute fast Wirklichkeit, und man kann es überall sehen.

Meine allmorgendliche Laufstrecke ist seit gestern bevölkert mit anderen Läufern – junge, alte, paarweise, alleine, meine Richtung, entgegengesetzte Richtung, alles Mitteleuropäer; zu den Straßenkehrern in ihren gelben Westen haben sich Straßenmaler in gelben Westen gesellt, die Fahrbahnmarkierungen mit Farbrollern erneuern. Zu Brittas großer Freude haben nun auch viele Restaurants ihre Vacaciones beendet, um rechtzeitig zur anlaufenden Hauptsaison vom Touristenzustrom zu profitieren, der nun bald vom spanischen Festland aus einsetzen wird.

In dieser angebrochenen letzten Urlaubswoche haben wir also die Möglichkeit, neue Restaurants auszuprobieren – das Dreieck aus „Gondola“, „Paraiso del Mar“ und eigener Küche (bei dysfunktionalem Ofen) birgt keine echte Überraschung mehr. Heute also „Abraxas“, ein Restaurant, von dessen gomerianisch-indischer Küche Britta schwärmt – zu Recht, wie ich schnell schmecke. Das Restaurant liegt am anderen, dem südlichen Ende der Strandpromenade im Schatten der Statue des Rebellen Hautacuperche, der sich in der Historie der Insel hervorgetan hat, weil er den spanischen Grafen Hernán Peraza mordete, der als Besatzer von 1477 bis 1488 über die Insel herrschte und als besonders grausam verschrieen war; Hautacuperche war Vertreter der Ureinwohner Gomeras, den Guanchen.

Im Restaurant Abraxas

Nach dem gomerianisch-indischen Dinner rolle ich nach Hause … war viel auf dem Teller. Ein Grund mehr, morgen wieder laufen zu gehen.

P. übrigens muss sich über das nahende Urlaubsende am wenigsten grämen. Sie fliegt heim, packt um und hängt nochmal zwei Wochen Portugal an.

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