Flex

Fiesta in Playa de La Calera

„Wie war der Urlaub?“ „Du, Super! Also echt, diese Ruhe … das kennt man ja hierzulande gar nicht mehr! Du, Totenstille. Morgens nur das Rauschen des Meeres.“

Das ist alles gelogen.

Wenn einen nicht sowieso einer der etwa 63 präpotenten Hähne aus dem Bett kikerikiiieet hat, dann nur, weil man am Abend vorher doch zwei Gläser Wein mehr getrunken hat, als unbedingt nötig gewesen wären.
Aber dann schafft einen die Flex!

Der Spanier und sein Schleifgerät bilden eine Liebesgeschichte für sich. Es vergeht kein Tag, nein: Es vergeht kein Morgen, an dem nicht irgendwo auf der Insel ein Gomerianer früh morgens zu seiner Schleifmaschine greift und irgendetwas schleift – und das mit Hingabe und Ausdauer bis etwa drei Uhr Nachmittag.
UuEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeEEEEEEEEEEEEeEEEeEeeeeeEEEEEEEEEE geht das. Stundenlang. Der Gartenzaun. Ein Tisch. Das Boot. Irgendwas gibt es immer zu schleifen. Und wenn es nichts zu schleifen geben sollte, gibt es Äste zu motorsägen oder Traktoren hoch zu touren.

Okay, man gewöhnt sich dran, dreht sich rum, legt’s Kissen über’s Ohr und schläft weiter. Unser Nachbar Miguel hat es nicht mehr ausgehalten. Er ist empört über den Lärm und für ein paar Tage nach San Sebastian abgehauen. Er lebt zwischen uns und einem seit-zwei-Wochen-sein-Treppengeländer-in-aller-Herrgottsfrühe-Abschleifer. Aber der Lärm, der jetzt drei Abende lang von der Fiesta unten in La Playa zu uns hoch drang, die Musik und all das … das war Miguel doch zu viel.

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