Temperatursturz

Nachts auf der Terrasse

„Kannst Du meinen Pullover mitbringen? Der liegt in der mittleren Schublade!“, ruft P. ihrem Vater hinterher, der sich seinen Jack-Wolfskin-Sweater holen geht. Wir sind auf La Gomera. Die Zeit: etwa 23 Uhr. Temperatur: um die 25 Grad. Celsius. Reinhard friert, fürchtet um seine Fitness, wenige Stunden bevor er morgen ein zweites Mal auf das Rad steigen möchte. „Ideale Rahmenbedingungen“, hat wetteronline.de ihm versprochen. „Boah, beim Anstieg nach Arure habe ich leichten Gegenwind, das ist der Hammer!“, freut er sich. Gegenwind? Auf dem Fahrrad?? Wenn’s bergauf geht??? Ja, sagt Reinhard, bei Fahrtwind im Rücken „fließt einfach nur die Soße, da isses heiß und Du schwitzt.“ Ätzend.

Deswegen möchte er sich heute Abend unbedingt nicht den Tod holen – und schon gar keine Erkältung. Manchmal fragen wir uns, ob er’s nicht übertreibt, aber auch P. friert. Obwohl sie bei Phase 10 bei 25 Grad gerade führt. Celsius. Man wird wehleidig nach über zwei Wochen Gomera-Temperaturen.

Als P. schließlich die Phase-10-Runde mit ABSTAND für sich entscheidet, sitzen Britta und ich in kurzen Hosen und offenem Hemd Reinhard und P. in Sweater und Strickjacke gegenüber.

Morgen, wenn Reinhard den Gegenwind beim Anstieg nach Arure umarmt, wollen wir Kanu fahren.

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