• Sonnenuntergang über La Gomera

    Die Tochter des Restaurantbesitzers

    Ein bisschen romantische Träumerei darf sein zwischen Sonne, Strand, Meer und dem Charme südländischer Schönheiten. Dieser Traum beginnt mit einem Lächeln im Sommer 2012. Ich saß in einer Bodega an der Strandpromenade in La Playa de La Calera. An meinem Tisch vorbei promenierten Familien, aufgebretzelte Jugend, es war Samstagnachmittag, man sah und wollte gesehen werden vor der abendlichen Wochenendbeschallung. Ich tue selten Zucker in meinen Kaffee aber heute tat ich es – spanischer Kaffee ist bitter. Ich blickte auf und in ein schönes Gesicht. Das war nun zunächst noch nichts Erwähnenswertes, schöne Spanierinnen hatte ich in den vergangenen Tagen viele gesehen. Aber dieses Gesicht … ließ mich unwillkürlich lächeln. Ich…

  • Phubbing in La Playa

    Phubbing

    Es stimmt tatsächlich. Wenige Tage nach unserer Ankunft hier tauchte in den deutschen Medien plötzlich der Begriff phubbing auf. Beschrieben wurde der Umstand, dass mehrere, meist junge Menschen um einen Tisch sitzen und jeder auf sein Handy starrt. Das Kunstwort setzt sich zusammen aus „Phone“ und „snubbing“, was englisch ist und „vor den Kopf stoßen“ heißt. Während meine Reisegruppe heute zum Wasserfall wandert – eine schöne, aber beschwerliche Strecke, die ich im vergangenen Jahr kennenlernte – bin ich zum Frühstück nach La Playa spaziert. An den Nebentisch setzt sich eine Familie – Papa mit BVB-T-Shirt, Mama mit hennarotem Kurzhaar sowie zwei Töchter, die eine auf dem Endlich-richtig-Party-Sprung, die andere verharrt…

  • Jan Brandt: Gegen die Welt

    Einfach nur Urlaub

    Okay, Wetter ist diesig, will sagen, da sind so Wolken vor der Sonne, also ein paar … eher Schäfchenwolken so und ist ziemlich heiß heute und ich mag mich nicht dem ProgrammmachenumdesProgrammmachenwillens-Programm anschließen, das heute wenigstens einen Besuch am Strand vorsieht, weil: Ich hab noch hundert Seiten zu lesen in einem extreeem spannenden Buch. Aber „am Strand lesen“ und ich, das sind unterschiedliche Welten. Lese ich auf dem Bauch, habe ich nach zehn Minuten Rückenschmerzen. Lese ich auf dem Rücken, kann ich das Buch nach zehn Minuten nicht mehr über mir halten. Lese ich auf der Seite, den Kopf in die Hand gestützt … schläft meine Hand ein (und nicht…

  • Beim Abendessen in La Calera

    … der Kinder wegen

    Gemäß einem alten Urlaubsrhythmus – ein Tag Action, ein Tag Ruhe – habe ich unsere Sonnenterrasse zum Programmpunkt erhoben. Die anderen sind shoppen, am Strand, spazieren (nicht wandern), ich habe dem Tag beim Werden zugesehen. Dabei fällt mir der kleine Junge wieder ein, der neulich Abend am Nachbartisch saß. Ich hatte ein Foto unserer kleinen Tischgesellschaft gemacht, im Monitor der Kamera überprüft und, weil es nicht ordentlich belichtet war, gelöscht und neu versucht – drei Mal habe ich das gemacht, bis es passte. Ich setzte mich hin und trank einen Schluck Wein. Dann fiel mir der Junge auf, vielleicht sechs, sieben Jahre alt. Er blickte angestrengt auf den Monitor eines…

  • Die verlorenen Seelen von Los Acapulcos

    Angekommen. Der Zauber der Insel hält mich in Bann, ich beginne, in der flirrenden Hitze Phantasie und Wirklichkeit zu vermischen. Wir waren wandern. „Nach El Cedro“, freuten sich Britta und P.. Eine „leichte Wanderung auf relativ ebenem Forstweg“ flötet der Wanderführer. „Urwald. Schatten. Kühl.“, ergänzte Reinhard. Kurze Zeit später standen wir tief in irgendeinem Wald irgendwo auf der Insel. Kein Laut ist zu hören. Die Temperatur ist von 36 Grad bei uns auf 17 Grad hier gefallen. Wir tragen kurze Hosen, Polos, Spaghettiträger. Im dichten Gestrüpp vermuten wir Velociraptoren oder Hobbits. Unterwegs schon waren mir per Flatterband gesperrte Wanderwege aufgefallen. „Wahrscheinlich Brandnachwirkungen“, mutmaßte Britta. „Vielleicht irgendwas wegen Gift?“, überlegte Reinhard.…

  • War spät gestern

    Unsere Abende haben eine immer gleiche Reihenfolge: Essen, spielen, schwätzen, Wein trinken, viel zu spät schlafen gehen. Gestern lag die Betonung auf „viel zu spät“. Britta hatte gekocht – ein Umstand, der garantiert leere Töpfe und Teller hinterlässt und Menschen, die mehr gegessen haben, als sonst. Wir saßen auf der Terrasse, tranken Rosé, Cola, Fanta und Wasser, redeten über Gott, die Welt im Allgemeinen und mögliche Perspektiven für P.s Zukunft im Speziellen, packten irgendwann die Karten auf den Tisch – in diesem Jahr ist „Phase 10“ das Spiel der Stunde – und plötzlich war es halb eins. Als erste verabschiedete sich K., dann gingen Reinhard und P.. Sitzen blieben –…

  • Hartung in Hollywood, 1989

    Da bin ich

    Und jetzt ..? Habe ich ein Blogtool! Jetzt muss ich wohl andauernd was posten, damit ich … gesehen, gehört, gelesen … WAHR genommen werde. Was genau ich hier poste, weiß ich natürlich nicht; wie auch? Weiß ich denn, was übermorgen sein wird? Der Titel meines Blogs gibt mir zumindest eine Richtung: Es geht um mein Leben in und mit Mainz. Dieses Leben bewegt sich zwischen meiner Arbeit in einer Nachrichtenredaktion, dem örtlichen Ruderverein, den Kinos und meinem Plasma-HDTV, auf dem ich mir meine umfassende DVD- und Bluray-Sammlung zu Gemüte führe. Kneipen? Restaurants? Selten – es sei denn, ich bin verabredet. Da finden sich hier sehr schöne Weinstuben.