• Ausschnitt: Meine neue Homepage

    Die Neue

    Ich bin mal weg. Mein Leben besteht in diesen Wochen aus drei Dingen: Job Rudern & Laufen Homepage machen Mein Freund M@ik stach schon lange meine Homepage in die Seele. „Mensch”, sagte er, „Du musst das mal auf eine Datenbank umstellen” – ich führe eine rein HTML-basierte Seite ohne jeden SchnickSchnack – „Ich würde Dir total gerne mal ein Redaktionssystem dazu bauen!” Nach Jahren des najamalsehenachichweißnicht war ich schließlich überzeugt und am Wochenende nach der Bundestagswahl besuchte ich ihn im Norden Deutschlands. Vier Tage hatten wir gemeinsam Zeit – er programmierte, ich kopierte. Dann fuhr ich wieder heim. Seitdem programmiert M@ik allein weiter, ich kopiere allein weiter. Mir war schon…

  • Christoph läuft

    Vier Kilometer

    Ich kann laufen. Es geht wieder. Jedenfalls einigermaßen. Vier Kilometer habe ich heute hinbekommen. Danach hatte meine Wade dann aber auch die Schnauze voll für heute. Ich merke, dass ich mit drei Kilo mehr rumlaufe, als bei den Läufen vor und in meinem Urlaub.

  • Christophs Laufschuhe

    Stillstand

    Ich kann nicht laufen. Am letzten Tag auf La Gomera – eine Woche ist das schon wieder her – passierte, was Fußballer gerne na-gut-ich-sach-mal-der-Muskel-hat-zu-gemacht nennen. Ein Schmerz wie ein Krampf stach in meine linke Wade und lässt mich bisweilen humpeln. Heute Morgen dachte ich „Hurra, es wird wieder“, als es PANNGGGG machte und noch mal umso weher tat. Ich absolvierte meinen Frühdienst am Newsdesk und humpelte anschließend zum Rudern. Rudern geht, da ist die Wade einer der wenigen Muskeln, die nicht beansprucht werden. Half aber nichts. Jetzt ist mein linkes Schienbein samt Wade angeschwollen, als hätte mich eine 50cm-Wespe mit einem Liter Gift vollgepumpt. Zeitweise konnte ich mit dem linken…

  • Hinweisschild: Herrentoilette

    Hinterlassenschaften

    „Ma kann ja in solschen Lännen nischt aufs Glo gehe. Die Hüjäne da …“, sagt meine Kassiererin im Supermarkt, die meine Sonnenbräune bemerkt und angesichts meiner Einkäufe gefragt hatte, wo ich denn gewesen bin. Ich kann zu dem Thema „Hygiene in Toiletten anderer europäischer Länder“ nicht wirklich etwas beisteuern. Ich umgehe solche Örtlichkeiten im Allgemeinen und das auch recht, naja, erfolgreich. Dennoch überraschte mich die Einschränkung in dieser Aussage – „in solchen Ländern“. In solchen Ländern?? Ich finde ja, man kann auch in unserem Land öffentliche Toiletten nicht benutzen. Man kann in unserem Land ja nicht einmal Toiletten benutzen, die von vorgeblich gebildeten, mutmaßlich wohl erzogenen, vor allem aber von…

  • Fastnachtsbrunnen in Mainz

    Einfach weiter

    Zweiter Tag zurück im realen Mainz nach drei Wochen Urlaub mit Familie. Nichts ist anders: Die Sonne scheint. Ich laufe im Polo draußen rum. Die Menschen sind teils schwer zu verstehen – nur statt spanisch reden sie rhoihessisch. Und heute Abend bin ich am Strand verabredet. Einziger Unterschied dort: Es gibt Liegestühle und andere Sitzmöglichkeiten, ich muss nicht im Sand liegen. Dafür ist das Bier teurer. Ganz anders die Familiensituation: Keine P. mehr, die kluge Fragen stellt und sich so schwer aufs Glatteis führen lässt. Aber auch kein gefühlter Zwang mehr, mich anzuschließen. Nein, natürlich zwang mich niemand, mit zu wandern. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich auch drei Wochen…

  • Passagiere verlassen die Boeing 757 der Condor in Airport Rhein/Main

    Baggage Claim

    Aufgestanden heute um halb sechs, Taxi um sieben, Fähre um neun, Flieger um zwanzig vor fünf, landen mit Verspätung (und Uhr eine Stunde weiter drehen) um viertel vor elf. Und dann kommt der schlimmste Moment jeder Flugreise. Der schlimmste Moment bei den an schlimmsten Momenten nicht armen Pauschal-Flügen ist der Moment am Kofferband. Mit jedem Koffer, der kommt und in andere Hände als die Deinen fällt, steigt Dein Bauchschmerz, dass Dein Koffer wohl auf dem Weg nach Südamerika sein wird (mein Trauma rührt von der Oscar-Verleihung 1999 her, als ich vier Tage lang und bis zwei Stunden vor der Gala mit meinen Klamotten vom Anreisetag und zwei Hemden aus der…

  • Katze zu Besuch

    Maunz

    Ein Hund denkt: „Mein Mensch gibt mir Heimat, umsorgt mich, gibt mir Futter. Er muss Gott sein!“ Eine Katze denkt: „Mein Mensch gibt mir Heimat, umsorgt mich, gibt mir Futter. Ich muss Gott sein!“ Kurz: Katzen brauchen Dosenöffner, keine Freunde. Diese über die Sozialen Medien, Filme und Ratgeber-für-die-einsame-Hausfrau ventilierte Erkenntnis kann ich mit Erfahrungen mit unserer einstigen Familienkatze, Ming-Küng, unbedingt unterstreichen: Ohne Futter kein Schmusen. Seltsames Gomera: Ich habe seit zwei Tagen eine neue Freundin. Sie hat ein abgebissenes Ohr, ein Auge, dessen offensichtlich gewaltsam untermalten Werdegang ich nicht so genau wissen möchte. Aber sie hat ein seidenes Fell – anders als all die verfilzten Felidae, die ich in Griechenland,…

  • Rucksack Cougar 45

    Abenteuer im Sack

    Der letzte Tag ist angebrochen. Reinhard konnte seine Lieben zu einer letzten Wanderung überreden, „eine Stunde hin, eine zurück, schöne Eindrücke“. Ich bin zurückhaltend, was solche Beschreibungen angeht, was daran liegt, das auch eine-Stunde-hin-eine-zurück nicht immer ohne Knochenbrecherabstiege abgeht und ich Zivilisationsopfer Panik schiebe, ich könnte mir auf den abschüssigen Wegen über Stock und Stein den Fuß verrenken, brechen, abreißen, was auch immer – ich bin grundsätzlich mehr für das zu haben, was der Wanderführer „relativ ebene Strecke“ oder „Forstwanderweg“ nennt. Wirklich misstrauisch gegenüber Reinhards eine-Stunde-hin-eine-zurück-Schilderung aber macht mich der Rucksack, den er stets mitführt, einen Cougar 45, dessen Hersteller von perfektem Sitz „dank ErgoVent-Vario-Tragesystem“ schwärmt und „Ergonomisch geformte, verstellbare…