• Giraffe in Kenia, Amboseli Nationalpark

    It’s Africa, Man!

    Samstagmorgen, 6.37 Uhr, ich bin zum ersten Mal auf afrikanischem Boden South of Sahara, also in dem Afrika, in dem alle Klischees über Afrika zuhause sind. Ich bin auch zum ersten Mal südlich des Äquators. Matthew heißt der Mann, der das Schild mit meinem Namen trägt. Er ist nervös, weil ich insgesamt eine Stunde zu spät aus dem Flughafen komme und der Anschlussflug am Wilson Airport (das ist der Inlandflughafen) nach Amboseli nicht warten wird. Matthew drückt aufs Gas, überholt auf rumpeligen Schnellstraßen rechts – stimmt, hier ist ja Linksverkehr, ein Überbleibsel der Briten – weicht Tanklastern aus, die ohne blinken, ohne gucken die Spur wechseln, hupt Tagelöhner von der…

  • Im Charter nach Nairobi

    Holzklasse

    Ich habe vor ein paar Tagen den Film „Non-Stop“ gesehen. Liam Neeson rettet unter größtem persönlichen Druck ein Passagierflugzeug. Nicht dass der Film vieler Worte bedürfe – was es dazu zu sagen gibt, sage ich hier – aber heute Abend ist mir wieder aufgefallen, was mich an Flugzeugfilmen stört – obwohl ich Flugzeuge mag, auch das Fliegen (abseits der Touristenbomber). Flugzeugfilme versprechen eine gewisse technische Grundierung – Triebwerke, Cockpits, Tower-Talk, die Bilder sind im allgemeinen klar, kontrastreich, ohne viel Pastellschnickschnack. Bis die Kamera zu den Passagieren im Bauch des Flugzeugs wechselt. Da sind Flugzeugfilme so unwirklich, wie Großstadtfilme, in denen der Held immer einen Parkplatz vor dem Haus oder –…

  • Bilderfund zu "Kenia" bei Google

    Fremd

    Heute Abend geht es los. Kenia. Ich könnte auch zum Mond fliegen; über den weiß ich auch nur, was ich in der Zeitung gelesen habe. Seit ich meine Urlaubspläne kundgetan habe, weiß ich auch noch, dass ich – wenn nicht in letzter Sekunde die CONDOR-Piloten streiken („Die streiken nicht“, sagt mein Freund H., verheiratet mit einer Flugbegleiterin, „das ist eine Fernreise, da sind die Piloten selber scharf drauf!“) – dass ich wahlweise von Terroristen entführt, von Ebola hingerafft, von mit den Ohren wackelnden Elefanten zertrampelt oder von wilden Ureinwohnern noch am Flughafen ausgeraubt werde. Das ist ungefähr eine so vielfältige Information wie das, was Google ausgibt, wenn ich „Kenia“ in…

  • Southwest Airline

    Szenenapplaus für den Sicherheitshinweis im Ferienflieger

    Ich habe vor einigen Tagen meinen Urlaub gebucht. Es geht weit weg. So weit, dass ich eine Passage im Charterflugzeug buchen musste. Ich halte fliegen im Urlaubsflieger unter verschiedenen Gesichtspunkten für entwürdigend; dazu gehört die Euer-Überleben-ist-uns-scheißegal-aber-wir-sind-gesetzlich-gezwungen-Euch-zu-sagen-wie-Eure-Überlebenschancen-vielleicht-steigen-wenn-wir-abstürzen-Sicherheitshinweise einer versteinerten Flugbegleiter-Crew. Wie schön wäre es, einmal überrascht zu werden, wie die Menschen an Bord dieser Maschine der Southwest Airlines überrascht worden sind. Die Flugbegleiterin (warum ist eigentilch der Begriff „Stewardess“ verfemt?) heißt Martha „Marty“ Cobb. „Mein Ex-Mann, mein neuer Freund und unser Scheidungsanwalt werden Ihnen jetzt die Sicherheitsvorkehrungen dieser Boeing 737 800 zeigen“ begrüßt sie die Fluggäste. Später rät sie: „Legen Sie den Gurt fest über Ihrer Hüfte an, so wie meine…

  • Passagiere verlassen die Boeing 757 der Condor in Airport Rhein/Main

    Baggage Claim

    Aufgestanden heute um halb sechs, Taxi um sieben, Fähre um neun, Flieger um zwanzig vor fünf, landen mit Verspätung (und Uhr eine Stunde weiter drehen) um viertel vor elf. Und dann kommt der schlimmste Moment jeder Flugreise. Der schlimmste Moment bei den an schlimmsten Momenten nicht armen Pauschal-Flügen ist der Moment am Kofferband. Mit jedem Koffer, der kommt und in andere Hände als die Deinen fällt, steigt Dein Bauchschmerz, dass Dein Koffer wohl auf dem Weg nach Südamerika sein wird (mein Trauma rührt von der Oscar-Verleihung 1999 her, als ich vier Tage lang und bis zwei Stunden vor der Gala mit meinen Klamotten vom Anreisetag und zwei Hemden aus der…

  • Cola-Picknick in La Playa de La Calera

    Abschied

    Die letzte Nacht ist schwierig. Wir haben den Nachmittag am Strand verbracht, haben abends Brittas Vorschlag umgesetzt: Pizza & Bier/Cola auf dem Mäuerchen am Strand, statt essen gehen … … und wollten dann auf unserer Terrasse „Bilanz ziehen“ – ein Gedanke, der vor allem P. seit zwei Tagen in Unruhe versetzte (mich irgendwie auch) – und den Urlaub ausklingen lassen. Statt dessen tauchte Nachbar Miguel mit einer Flasche Rotwein auf – einer guten Flasche Rotwein. Fairerweise muss man sagen: Miguel, der eigentlich Eugen Michael heißt, ist drei Geschichten für sich; Deutscher der ersten Stunde auf La Gomera (seit 1980), rheinischer Provenienz, hat sich hier über die Jahre ein wunderschönes Domizil…

  • Katze zu Besuch

    Maunz

    Ein Hund denkt: „Mein Mensch gibt mir Heimat, umsorgt mich, gibt mir Futter. Er muss Gott sein!“ Eine Katze denkt: „Mein Mensch gibt mir Heimat, umsorgt mich, gibt mir Futter. Ich muss Gott sein!“ Kurz: Katzen brauchen Dosenöffner, keine Freunde. Diese über die Sozialen Medien, Filme und Ratgeber-für-die-einsame-Hausfrau ventilierte Erkenntnis kann ich mit Erfahrungen mit unserer einstigen Familienkatze, Ming-Küng, unbedingt unterstreichen: Ohne Futter kein Schmusen. Seltsames Gomera: Ich habe seit zwei Tagen eine neue Freundin. Sie hat ein abgebissenes Ohr, ein Auge, dessen offensichtlich gewaltsam untermalten Werdegang ich nicht so genau wissen möchte. Aber sie hat ein seidenes Fell – anders als all die verfilzten Felidae, die ich in Griechenland,…

  • Schilderwald: Überholen verboten - Überholverbot aufgehoben

    Überholte Programme

    Auf der Rückfahrt vom Strand in Alojera frage ich mich mal wieder, ob das alles so richtig ist und da kommt dann der deutsche Nachrichtenredakteur in mir durch, der andauernd darüber berichtet, dass GriechenlandIrlandSpanienPortugal wieder Geld aus einem dieser Euro-Rettungsfonds brauchen und, hey, wir helfen doch gern. La Gomera ist eine südeuropäische Insel mit Bergen. Als solche hat sie sehr kurvige Straßen, der mitteleuropäische Familienvater schnalzt nonchalant von „Serpentinen„. Wie der Spanier sie nennt, weiß ich nicht, aber dass ihm vor jeder Kurve gesagt werden müsste, dass er in dieser Kurve nicht überholen darf (und auch unter keinen Umständen überholen sollte, weil, lebensgefährlich und so), das kann ich nicht glauben.…