Gesundheit

  • MRG-Boot vor dem Markusplatz

    Bootsspektakel in der Lagune

    Eine Geschichte, die von Wassersportlern in der Wasserstadt Venedig handelt, mit Wasser zu beginnen, klingt nicht sonderlich originell, ist in diesem Fall aber naheliegend. Pfingsten 2024: Elf Mitglieder der Mainzer Ruder-Gesellschaft fahren nach Venedig, um an der Vogalonga teilzunehmen, einer 30-Kilometer-Tour quer durch die Lagune und über den Canal Grande in zwei gesteuerten Gig-Vierern. Wir starten am Donnerstag vor Pfingsten. Die Fahrt nach Venedig ist lang, 967 Kilometer, sagt das Navi unseres Kleinbusses. 13 Stunden sitzen wir darin sowie in einem weiteren SUV. 13 Stunden, in denen es ununterbrochen regnet. Es regnet auch noch, als wir abends in Mestre von unserem Hotel zum Restaurant laufen, in dem wir einen Tisch bestellt…

  • Die Mannschaft des „Rummtreiber“ jagt ins Ziel

    Tanker jagen beim Rhein-Marathon

    Nach elf Kilometern zwingt der Frachter „Freienstein“ uns in ein Rennen – ausgerechnet ein Frachter unter Mainzer Flagge. Wir rudern den Rhein-Marathon, Leverkusen Düsseldorf, 42,8 Kilometer und in diesem Jahr, für drei von uns ist es der dritte Anlauf, haben wir Ambitionen: Wir wollen aufs Treppchen. Wir haben einen schlechten Slot erwischt. Vom Startschuss weg hängt dieser „Freienstein“ neben uns, fährt 15, 16 Km/h, wir schaffen laut Ingos Ruder-App 16, 17 Km/h. Wenn wir also kreuzen wollen – und auf der Serpentinenartigen Strecke zwischen Leverkusen und Düsseldorf müssen wir das mehrfach – verlieren wir entweder viel Zeit damit, jedes Mal „Freienstein“ vorfahren zu lassen und hinter ihm zu kreuzen. Oder…

  • Am Morgen des Rückreisetages warte ich auf den Bus, der mich nach San Sebastián bringen soll.

    15:38 hrs.

    Der Urlaub ist zu Ende. Um fünf nach acht habe ich mich von Britta und Reinhard verabschiedet und mich auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht, an der mich der Bus um 8.30 Uhr (Foto) aufpicken soll. Um 0.43 Uhr (23.43, La-Gomera-Zeit) habe ich daheim meine Wohnungstür aufgeschlossen; mit der einen Stunde Zeitunterschied zwischen dort und hier war ich fünfzehn Stunden und achtunddreißig Minuten unterwegs – fahren, warten, Fähre, warten, fliegen, warten, Kofferband, warten, S-Bahn – ein Zeitraum, den ich mir hypnotisch verkürze, indem ich eine Bilanz der drei Gomera-Familienwochen ziehe, in Gedanken nochmal den Hausberg erwandere, sexuellen Phantasien nachhänge, meinen aktuellen Roman lese, überlege, ob ich Samstag schon wieder rudern…

  • Kilometermarke auf dem Hausberg

    Aussichten

    Wir waren erstaunlich wenig wandern in diesem Jahr. Erstaunlich, weil Britta und Reinhard plus P. eigentlich Vielwanderer sind. Aber in diesem Jahr, mit drei lang schlafenden Teenagern – Heranwachsenden, wie wir gerne sagen – schläft sogar Reinhard länger. Es gab ein paar Touren, zu denen wir aber mehr im Auto saßen als zu Fuß unterwegs waren. Zweimal zogen Reinhard und Britta alleine los – auch mal Reinhard ganz alleine – aber das große gemeinsame Wanderevent ist in diesem Jahr ausgefallen. „Kalima“, sagt Britta. Der heiße, trockene Ostwind, der Sand aus der Sahara mitbringt und das Leben schwer macht. Heute endlich habe ich mich aufgerafft und bin losgezogen. Zum Hausberg, der…

  • Unsere La-Gomera-Finca 2016

    Dicht.

    Das ist natürlich auch Pech, irgendwie. 32 Grad in der Sonne, der Himmel blau. Ich habe eine Erkältung. Die Nase ist zu, der Schädel drückt. Angesteckt. Scheint mit der Legende der Quellen von Epina nicht weit her zu sein, von wegen Gesundheit. Der Rest der Truppe ist in Vueltas – am Strand hinterm Hafen. Da soll das Wasser schön klar sein, zum Schnorcheln und unter-Wasser-Filmen. Bin neugierig, ob sie meinen Tipp beherzigen, die Kamera mal länger als eine Sekunde ruhig zu halten, dass der Zuschauer die Chance hat, den Fisch auf dem Bild auch zu erkennen – außerdem würde ich mir die Aufnahmen dann kopieren für mein Urlaubsepos in HD.…

  • Meine Laufschuhe

    Sonntag

    Der alte Mann auf dem Stuhl. Der dicke Teenager mit Brille, der mir immer erst im letzten Moment Platz macht. Die Promenadenmischung, die an der Promenade stromert, sich in Pfützen suhlt und Anschluss sucht. Der schwarze Jogger mit iPhone, Mütze und federndem Schritt. Die Lieferanten, die in knatternden Autos Bäcker, Frühstückscafés und Supermercados beliefern. Sie alle fehlen heute. Ich habe in La Gomera das Laufen wieder angefangen, brauche offenbar Bewegung, eine Kompensation für nicht geruderte Rheinkilometer. Es gibt hier für Wiedereinsteiger einen schönen Rundkurs – La Playa, Vueltas, Borbalan, La Puntilla heißen die Örtchen. Die Strecke misst 4,27 Kilometer, hat leichte Steigungen und Gefälle. Beim morgendlichen Lauf wird mir wieder…

  • Im Lorbeerwald des Parque Nacional de Garajonay

    Lorbeertradition

    Es ist gute Tradition, den ersten Ausflug auf La Gomera dem Lorbeerwald zu widmen. Also, ich habe natürlich keine Ahnung, ob es gute Tradition ist, aber 2012, 2013 und eben auch in diesem Jahr ging unsere erste Reise in den Lorbeerwald im Parque Nacional de Garajonay. Weltnaturerbe der UNESCO. Europäisches Vogelschutzgebiet. „Nirgendwo“, sagt Reinhard, „ist die Luft sauberer als hier“. Der Wald erstreckt sich über knapp 4.000 Hektar, ein Zehntel der ganzen Insel. „Der größte Lorbeerwald des Planeten“, sagt Reinhard, der offenkundig ganz vernarrt ist in diesen Flecken Erde – was nur zu verständlich ist. Der Wald war mal viel größer, 90.000 Hektar, verteilt über die gesamten Kanaren. Dann kamen…

  • Ankunft am Flughafen Tenerife Sur

    Gegen die Menschenwürde

    Aus Sicht des Flugreisenden ist Adipositas eine Volksseuche, für deren Bekämpfung erheblich mehr Steuergelder aufgewendet werden müssten. Man liest das ja immer in Artikeln – oder stolpert im Fernsehen über einen Bericht, in dem zuverlässig nackte, käsige Beine, die aus Hot Pants quellen, zu sehen sind –, dass die Deutschen „immer dicker werden“. Aber wenn man dann direkt betroffen ist … Es ist erschreckend zu sehen, welche Masse an zu viel Menschenfleisch sich heutzutage durch die Sitzreihen der Touristenflieger schwabbelt. Noch schrecklicher, wenn einer dieser Menschenberge im Sitz neben Dir Platz nimmt und mit souveräner Ignoranz seine Wülste über die Lehne in Deinen ohnehin eng bemessenen Sitzbereich wobbelt. Es zählt…